Wie kann man Industriespionage abwehren

Wirtschaftsspionage, Industriespionage oder Konkurrenzspionage?

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Wirtschaftsspionage, Industriespionage oder Konkurrenzspionage?


Wirtschaftsspionage ist die staatlich gelenkte Ausforschung von Wirtschaftsunternehmen durch Nachrichtendienste. 

Die Industriespionage oder Konkurrenzspionage ist davon abzugrenzen, da diese meist von konkurrierenden Unternehmen betrieben wird. 

Weltweit gibt es viele Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen, deren vorhandenes Wissen und Know-how für andere sehr interessant ist. Das ausspionieren dieser betroffenen Unternehmen hat oft einen enormen wirtschaftlichen Schaden zur Folge.

Der Spion in der eigenen Mitte

Der Spion in der eigenen Mitte

Um sich einen wirtschaftlichen Vorteil zu sichern und auch um Entwicklungskosten zu sparen, schrecken Mitbewerber aus dem In- und Ausland oftmals nicht davor zurück, auf kriminelle Weise Forschungsergebnisse, Kundendaten oder Erfindungen bei der Konkurrenz auszuspionieren. Gerne werden Beschäftige der Konkurrenz mit besonderen Versprechungen, Geschenken oder hohen Geldangeboten dazu verführt, die begehrten Informationen zu beschaffen. 

Diese Bedrohung betrifft nicht nur die ganz großen Unternehmen, sondern vielmehr auch die kleinen und mittelständischen Firmen und Familienbetriebe. 

Die Schäden, die durch Konkurrenzspionage oder Industriespionage entstehen, sind sehr unterschiedlich und können manchmal Existenzvernichtend sein. 

Wenn das Wissen und das Know-how eines Unternehmens den zentralen Wettbewerbsfaktor darstellt, dann fürchten sich viele vor einer Spionage und treffen immer mehr Vorsorge, um sich zu schützen.

Bei einem Mitarbeiterwechsel sind gefährdete Unternehmen besonders gut beraten, wenn diese unter Einhaltung der jeweils geltenden Gesetze,  neue Mitarbeiter prüfen lassen. Bei besonderen Aufgabengebieten reichen die herkömmlichen Angaben oft nicht aus. Eine Detektei kann mit speziellen Recherchen und Hintergrundermittlungen hilfreich sein, die Integrität des neuen Mitarbeiters abzusichern.

Oft spielt das Internet eine große Rolle

Hacking ist in der modernen Wirtschaft zu einer zu einer gern genutzten Technik der Wirtschaftsspionage geworden, um illegal Informationen zu gewinnen. Fast jedes Unternehmen ist irgendwie an das Internet angeschlossen und Schwachstellen in den Computersystemen können schnell ausgenutzt werden, um Zugang zu persönlichen, geheimen oder sensiblen Daten zu bekommen. Oft und gerne wird Schadsoftware platziert, um den Betriebsablauf zu stören, oder um das Computersystem zu beschädigen. 

Solche Attacken aus dem Internet haben meistens alle die gleiche Motivation: 

 

– Politisches Interesse an Technologien und Entwicklungen, um außenpolitische Gefahren zu reduzieren

– Wirtschaftliches Interesse, um die Kenntnisse zum eigenen Vorteil einzusetzen

– Privates Interesse, um sich zu bereichern und um das Wissen zu seinem Vorteil auszunutzen

 

Es gibt verschiedene Techniken, um sich einen illegalen Zugang zu verschaffen.

Manchmal wird separate Hardware angebracht, Abhörtechnik installiert oder Kameras versteckt. Allerdings ist diese Methode sehr riskant, denn der Spion, sowie die Wanzen und Abhörgeräte, können leicht entdeckt werden. Allerdings muss man trotzdem beachten, dass diese Form der Wirtschaftsspionage nur schwer digital abgewehrt werden kann. Hier sollte man einen erfahrenen Spezialisten für Lauschabwehr beauftragen. 

Eine weitere Variante ist der klassische Hackerangriff. Mit illegal erworbenen Zugängen werden Datenbanken und Systeme durchsucht, Daten kopiert, neu platziert, ausgetauscht oder zerstört. 

Eine qualifizierte Ausbildung der Arbeitnehmer im Umgang mit der Daten- und Informationssicherheit kann die Wahrscheinlichkeit reduzieren, dass Ihr Unternehmen Opfer von Industriespionage wird.

Wie kann man Industriespionage abwehren?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um Gefahren vom eigenen Unternehmen abzuwenden. Diese beginnen bei der Auswahl, Ausbildung und Pflege der Angestellten und endet bei der Einrichtung der Arbeitsplätze und Auswahl der Betriebsräume.

Welche Gesetze sind bei Konkurrenzspionage oder Industriespionage relevant?

Strafgesetzbuch (StGB)

§203 Verletzung von Privatgeheimnissen

§204 Verwertung fremder Geheimnisse 

§353b Verletzung des Dienstgeheimnisses und einer besonderen Geheimhaltungspflicht

 

Gesetzt gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG)

§17 Verrat von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen

§18 Verwertung von Vorlagen

§19 Verleiten und Erbieten zum Verrat 

 

Vielen Menschen ist es nicht bewusst, wann sie sich des Geheimnisverrats schuldig machen. Die möglichen Geld- und Haftstrafen können 300.000,- EUR erreichen oder in besonders schweren Fällen fünf Jahre Haft.


Langfinger am Arbeitsplatz erwischen

Diebstahl am Arbeitsplatz

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Diebstahl am Arbeitsplatz


Jeder vierte Mitarbeiter ist ein Langfinger!

Die meisten Arbeitnehmer haben sich sicher schon mal am Eigentum ihres Arbeitgebers bedient. Manche haben private Kopien gemacht, einen Kuli eingesteckt, eine Briefmarke auf den eigenen Brief geklebt oder Kopierpapier für den Drucker mit nach Hause genommen. 

Nur den wenigsten ist bewusst, dass Sie dabei eine Abmahnung, oder sogar eine Kündigung riskieren.

Wie verhält man sich bei einem Diebstahl am Arbeitsplatz?

Wenn es am Arbeitsplatz zu einem Diebstahl kommt, so zerstört das nicht nicht nur das Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, sondern stellt auch einen Strafdelikt dar, der zur Anzeige gebracht und mit Konsequenzen bestraft werden kann.

Beliebtes Diebesgut – Was wird bei einem Diebstahl am Arbeitsplatz gerne entwendet?

Wenn man von einem Diebstahl am Arbeitsplatz spricht, dann handelt es sich selten um gestohlene Geldbeträge, sondern viel mehr werden gerne Verbrauchsmaterialien entwendet, wie zum Beispiel

  • Schreibwaren (Kugelschreiber, Bleistifte, etc.)
  • Lebensmittel
  • Kaffeefilter
  • Kaffekapseln 
  • Briefmarken
  • Kopierpapier
  • Toilettenpapier
  • und viele mehr 

Dass gerne diese Verbrauchsgüter gestohlen werden liegt daran, dass diese ständig im normalen Betrieb verbraucht werden und somit auch regelmäßig ersetzt werden müssen. Darum fällt das in einem Unternehmen seltener auf und es ist einfach, diese Waren zu entwenden.

Den meisten Arbeitnehmern, die an ihrem Arbeitsplatz etwas mitgehen lassen, ist es gar nicht bewusst, dass die unerlaubte Mitnahme eines Kugelschreiber oder Radiergummi aus dem Büro bereits ein Diebstahlsdelikt darstellt. Sie machen sich keine Gedanken über ihr Handeln und sehen in ihrem Verhalten keine unerlaubte Tat. 

Diebstähle am Arbeitsplatz kommen häufiger vor, als es tatsächlich bekannt ist. Kaum ein Arbeitnehmer wird auf frischer Tat ertappt und darum ist es selten, einen Übeltäter zu stellen. Außerdem finden die meisten Diebstähle in großen Unternehmen statt, in denen viele Arbeitnehmer tätig sind. Hier haben die Schuldigen den Vorteil, dass es unzählige Verdächtige gibt und es oft unmöglich ist, den wahren Täter zu finden. 

Manchmal verschwinden auch Werkzeug, Laptops, Verkaufswaren oder Geldbeträge aus der Kasse. Nur ein Teil der Diebstähle im Einzelhandel geschieht durch Kunden, viele gestohlenen Sachen landen auch widerrechtlich in den Taschen der Mitarbeiter. 

Jeder Diebstahl am Arbeitsplatz, egal welcher Art, kann zu einer fristlosen Kündigung führen. 

Ob eine fristlose Kündigung wegen eines Diebstahls am Arbeitsplatz dem Urteil eines Richters beim Arbeitsgericht standhält, variiert danach, was gestohlen wurde, wie es gestohlen wurde und welchen Wert das Diebesgut hat. Eine weitere Rolle spielt auch, wie der Mitarbeiter des Diebstahls überführt wurde.

Was muss man wissen, wenn man einen Diebstahl am Arbeitsplatz aufklären will

Arbeitgeber dürfen nicht ohne Weiteres eine Angestellten oder Arbeiter überwachen lassen, auch wenn ein Verdacht besteht, dass dieser das Unternehmen, Kollegen oder vielleicht sogar Kunden bestiehlt. 

Wenn Sie bei Verdacht eine verdeckte Videoüberwachung zur Aufklärung der Sache nutzen, kommt das Datenschutzrecht ins Spiel, auf dessen Einhaltung die Gerichte sehr viel Wert legen. Wenn ein Arbeitgeber vorschnell und falsch beobachten lässt, verspielt er oft die Möglichkeit, den als Dieb überführten Mitarbeiter zu entlassen.

Die richtigen Maßnahmen ergreifen, um einen Dieb zu überführen

Eine Videoüberwachung zur Aufklärung von Diebstählen am Arbeitsplatz ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Es muss der Verdacht eines schwerwiegenden Fehlverhaltens vorliegen, außerdem darf eine Videoüberwachung nur temporär durchgeführt werden, denn dauerhaft ist diese nicht gestattet.

Das Bundesarbeitsgericht hat mit Urteil vom 27.03.2003, AZ 2 AZR 51/02 klare Aussagen gemacht, wann Videoaufnahmen als Beweismittel zulässig sind. 

  1. Die Videoüberwachung darf nicht unverhältnismäßig sein
  2. Es darf keine Mittel geben, die milder sind, um den Fall aufzuklären
  3. Es muss der klare Verdacht auf ein strafbares Handel und eine schwerwiegende Verfehlung des Mitarbeiters vorliegen

Wenn es Diebstähle in Ihrem Unternehmen gibt, so sollten Sie eine erfahrene Detektei konsultieren damit Ihnen kein Fehler unterläuft und alle Beweise rechtssicher und gerichtsfest dokumentiert werden und Ihnen als Arbeitgeber kein Nachteil entsteht. 

Der Diebstahl am Arbeitsplatz ist ein um sich greifendes Phänomen, das von einem Arbeitgeber konsequent geahndet werden sollte. Jeder Arbeitnehmer muss sich darüber im Klaren sein, dass ihm bei einem Diebstahl und der Entwendung von fremden Eigentum eine Anzeige, Strafe oder Kündigung drohen kann.

Welche Strafe erwartet einen Arbeitnehmer?

Jeder Diebstahl kann zu einer Anzeige gebracht werden, dass ein Strafverfahren eröffnet werden kann und es zu einer Verurteilung mit einer Geld-oder Freiheitsstrafe kommt. Eine Kündigung ist unabhängig vom Ausgang eines möglichen Strafverfahrens. Eine Kündigung wegen Diebstahls führt nicht zum Verlust des Anspruchs auf Arbeitslosengeld, aber es kommt zu einer Sperrzeit von bis zu drei Monaten.


Krankfeiern an Fasching

Im Karneval den Arbeitgeber zum Narren machen - Krankfeiern an Karneval

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Im Karneval den Arbeitgeber zum Narren machen - Krankfeiern an Karneval


Fasching, Fassenacht, Karneval, die tollen Tage – Für echt Jecken und Narren ist diese Zeit im Jahr etwas ganz besonderes und in den Hochburgen Köln, Mainz und Düsseldorf wird diese närrische Zeit sehr intensiv und ausschweifend gefeiert. 

Aber darf man in der Karnevalszeit einfach so über die Stränge schlagen, einfach nicht zur Arbeit erscheinen oder ausgelassen während der Arbeitszeit feiern?

Blaumachen und Krankfeiern an Karneval kann böse Folgen haben

Krankfeiern an Fasching

In manchen Betrieben, besonders in den Karnevalshochburgen, herrscht bei einigen Mitarbeitern während der tollen Tage Ausnahmezustand, fallweise auch mit Erlaubnis des Arbeitgebers. Es wird während der Arbeitszeit zum Alkohol gegriffen, man verkleidet sich und es wird gelacht, geschunkelt und geküsst. 

Da viele direkt nach Arbeitende fleißig weiter feiern und sich in die Festlichkeiten auf den Straßen stürzen, kommt es sehr oft vor, dass man sich am nächsten Tag einfach krankmeldet, weil der Kater zu heftig ist.

Gerne geben sich die Mitarbeiter auch die komplette Karnevalszeit frei, indem sie einfach einen Krankenschein vorlegen, um ungestört am Karnevalstreiben mitwirken zu können, wenn der Kurzurlaub nicht vorm Arbeitgeber genehmigt wird, oder man einfach seinen Jahresurlaub nicht unnötig verkürzen möchte. Echte Karnevalsjecken und Narren schrecken vor fast nichts zurück, um sich in dem bunten Treiben auszuleben, auch vorm Krankfeiern nicht. 

Krankfeiern und Blaumachen ist keine Bagatelle und kann für den Arbeitnehmer böse enden. Wer auf einen Krankenschein „feiern“ geht, der begeht einen Betrug am Arbeitgeber und an seinen Kollegen. Der Blaumacher begeht einen Lohnfortzahlungsbetrug und es droht ihm dadurch die fristlose Kündigung, wenn der Arbeitgeber den Betrug nachweisen kann. 

In einem solchen Fall versteht der Gesetzgeber wenig Spaß, denn die vorgetäuschten Krankmeldungen schaden der Wirtschaft in erheblichem Maße. Weiterhin schadet es nicht nur dem Unternehmen, sondern auch den Kollegen, die verantwortungsbewusst zur Arbeit gehen und die Mehrbelastung durch die Blaumacher mittragen müssen.

Was können Arbeitgeber gegen falsche Krankschreibungen tun?

Gegen das regelmäßige krankfeiern anzugehen, ist für mache Unternehmen nicht einfach, aber trotzdem machbar. Immer öfter beauftragen Firmen eine Detektei, die konkrete Beweise sammelt und es aufdeckt, ob ein Mitarbeiter wirklich krank ist, oder doch nur krank feiert. Einen Detektiv um Hilfe zu bitten ist, mag hart wirken, ist aber oft die einzige und letzte Lösung, mit der man sich als Arbeitgeber behelfen kann, um sich vor Lohnfortzahlungsbetrug zu schützen. 

Als präventive Maßnahme sollten sich Unternehmen nicht scheuen, den Mitarbeitern zu verdeutlichen, dass jeder der wirklich Krank ist, auch zuhause bleiben soll. Viele Mitarbeiter fühlen sich von ihren Chefs unter Druck gesetzt, sich bei einer Krankheit nicht arbeitsunfähig zu melden.

Gleichzeitig sollte aber auch von den Unternehmen angesprochen werden, dass Mitarbeiter die eine Krankheit vortäuschen und anderen damit schaden, mit keiner Nachsicht rechnen dürfen und dass in einem solchen Fall konsequent gehandelt wird. In der Regel schreckt das viele Mitarbeiter ab und das Krankfeiern reduziert sich entsprechend!

Fazit

Wenn man krankgeschrieben ist, dann kann man nicht feiern und mit Freunden einen trinken gehen. Sollte man aber wirklich krank sein, dann kuriert man sich aus. Wenn man aber nur krank feiert und eigentlich topfit ist, dann sollte man sich der Risiken bewusst sein. Man missbraucht nicht nur das Vertrauen seines Arbeitgebers, sondern riskiert auch ernsthafte Konsequenzen wie eine Abmahnung oder sogar Kündigung.


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Homeoffice & Corona: Arbeiten meine Mitarbeiter wirklich?

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Homeoffice & Corona: Arbeiten meine Mitarbeiter wirklich?


Die Einstellung zum Homeoffice hat sich in vielen Unternehmen seit dem Beginn der Covid-19-Pandemie im Frühjahr 2020 grundsätzlich geändert. Oft ist Homeoffice (auch Telearbeit) die einzige Möglichkeit, den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten. Dennoch befürchten viele Arbeitgeber einen Kontrollverlust, wenn sie ihre Mitarbeiter/innen nicht ständig im Blick haben.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wann und wie Sie die Leistungen Ihrer zu Hause arbeitenden Mitarbeiter/innen kontrollieren können.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser – auch im Homeoffice!

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser – auch im Homeoffice!

Grund für die skeptische Haltung vieler Arbeitgeber gegenüber der Telearbeit war und ist oft die Angst vor einem Kontrollverlust.

Bei Mitarbeiter/innen, die zu Hause arbeiten, ist eine Arbeitskontrolle deutlich schwieriger als im Unternehmen. Aber auch beim Homeoffice haben Arbeitgeber verschiedene Möglichkeiten für die Arbeitskontrolle und Arbeitszeiterfassung. Der rechtliche Rahmen ist dabei jedoch eng gefasst.

In welchen Fällen dürfen Mitarbeiter kontrolliert werden?

Grundsätzlich dürfen Sie als Arbeitgeber die im Arbeitsvertrag festgelegten Arbeitszeiten Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kontrollieren. Um Streitigkeiten zu vermeiden, sollten Sie in der Vereinbarung zur Telearbeit folgende Punkte festlegen:

  • Zeiten, wann der/die Arbeitnehmer/-in erreichbar sein muss
  • Regelungen wie Überstunden, Nachtarbeit, Sonn- und Feiertagsarbeit vergütet werden
  • Arbeitszeiterfassung und Arbeitszeitdokumentation
  • Verpflichtung zur Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes (ArbZG)
  • Mitteilung von Systemstörungen, Arbeitsverhinderungen und Zeiten der Abwesenheit

Zur Kontrolle des Arbeitsplatzes im Homeoffice sind Sie als Arbeitgeber verpflichtet. Sie sind für die Einhaltung der Vorschriften für den Arbeits- und Gesundheitsschutz, der Bildschirmarbeitsverordnung (BildscharbV), der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) und weiterer gesetzlicher Vorgaben für das Homeoffice verpflichtet. Auch müssen Sie sicherstellen, dass datenschutzrechtliche Vorschriften eingehalten werden.

Allerdings sind Ihre Mitarbeiter/innen nicht dazu verpflichtet, Sie oder eine andere Person in die eigene Wohnung zu lassen. Es kann jedoch einvernehmlich in der Vereinbarung für die Telearbeit festgelegt werden, dass Sie zumindest einmal zu Beginn den Arbeitsplatz kontrollieren können.

E-Mails und Verlaufsdaten ihrer Mitarbeiter dürfen sie in Form von Stichproben kontrollieren, um bei einem konkreten Verdacht zu prüfen, ob die Arbeitsgeräte ihrer Mitarbeiter/innen auch privat verwendet wurden.

Unter bestimmten Umständen, beispielsweise wenn der begründete Verdacht besteht, dass ein Mitarbeiter eine Straftat oder eine schwere Pflichtverletzung begeht, dürfen Sie ihn ebenfalls kontrollieren.

Keinesfalls erlaubt ist eine Dauerüberwachung ohne konkreten Anlass, beispielsweise über die Webcam des Notebooks oder speziellen Softwareprogrammen. Eine kontinuierliche Kontrolle ist auch nicht gestattet, wenn Sie Ihren Mitarbeiter/innen die Überwachung bekannt geben und offenlegen.

Kontrolle im Homeoffice

Diese Möglichkeiten stehen zur Kontrolle im Homeoffice zur Verfügung

Für die Kontrolle der Arbeitszeit haben Sie als Arbeitgeber nur zwei Möglichkeiten:

  1. Sie können von Ihren Mitarbeitern verlangen, dass sie selbst eine Arbeitszeiterfassung vornehmen und Ihnen in regelmäßigen Abständen – beispielsweise einmal in der Woche – vorlegen.
  2. Kontrolle der Login-Daten auf dem Server in Ihrem Unternehmen oder in Ihrer Cloud. Allerdings sind diese Daten nur wenig aussagekräftig. Sie zeigen nur, wann sich ein Mitarbeiter ins System eingeloggt und wieder ausgeloggt hat. Was dazwischen geschehen ist, erfahren Sie aus diesen Daten nicht.

Um zu kontrollieren, was Ihre Mitarbeiter/innen während der Arbeitszeit machen, sind nur in ganz bestimmten Ausnahmefällen sogenannte Monitoring-Tools oder Keylogger erlaubt. Keylogger registrieren jede Tastatureingabe und Mousebewegung.

Monitoring Tools überwachen alle anderen Aktivitäten, beispielsweise, ob der Mitarbeiter während der Arbeitszeit im Internet surft und welche Seiten er besucht. Diese Tools dürfen laut einem Urteil des Bundesarbeitsgerichtes (BAG) nur eingesetzt werden, wenn der Verdacht auf eine schwere Pflichtverletzung oder eine Straftat besteht.

Ebenfalls unter bestimmten Voraussetzungen dürfen Sie als Arbeitgeber eine Detektei oder einen Privatdetektiv mit der Überwachung beauftragen. Wenn Mitarbeiter/innen ihre Arbeitszeit eigenmächtig reduzieren, handelt es sich um eine erhebliche Pflichtverletzung. Diese Pflichtverletzung ist gemäß den Vorschriften in § 626 Abs. 1 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) regelmäßig ein wichtiger Grund für eine fristlose, außerordentliche Kündigung.

Diese Pflichtverletzung müssen Sie als Arbeitgeber jedoch vor Gericht nachweisen. Haben Sie den konkreten und begründeten Verdacht, dass ein Mitarbeiter einen sogenannten Arbeitszeitbetrug zu Ihren Lasten begeht, dann können Sie eine Detektei und einen Privatdetektiv mit der Arbeitskontrolle beauftragen.

Dass Ihr Mitarbeiter schlecht erreichbar ist oder vormittags beim Bäcker um die Ecke Brötchen holt, gilt dabei nicht als wichtiger Grund und die Beauftragung einer Detektei oder eines Privatdetektivs ist in diesen Fällen nicht gerechtfertigt.

Ein konkreter Anlass für eine Überwachung wäre jedoch beispielsweise, wenn Ihr Mitarbeiter die ruhige Zeit nach der Mittagspause nutzt, um 2 Stunden im Fitnessstudio zu trainieren.